Wenn im Januar noch immer Schnee liegt, blitzt an geschützten Stellen schon frisches Grün hervor. Oft ist es das Scharbockskraut – eines der ersten Kräuter im Winter. Ich freue mich immer, wenn die ersten Blättchen zu sehen sind, weil endlich nach der Winterpause frische Wildkräuter meinen Salat bereichert.
Sein deutscher Name leitet sich übrigens von Scharbock (Skorbut) ab, da seine Vitamin-C-haltigen Blätter gegen diese Mangelerscheinung eingenommen wurden.
Dank dem hohen Vitamin-C Gehalt stärkt das Scharbockskraut das Immunsystem und kann helfen, Entzündungen im Körper zu reduzieren. Überdies wirkt das Skorbut-Kraut blutreinigend und unterstützt die Frühjahrskur.
Wie verwendet man das Scharbockskraut?
Frische Blätter
Scharbockskraut-Blätter können im Wildpflanzensalat in kleinen Mengen gegessen werden. Da sie viel Vitamin-C enthalten, helfen sie gegen Vitamin-C Mangelerscheinungen und Frühjahrsmüdigkeit.
Der Geschmack der Blätter ist würzig und etwas herb, was sie zu einer guten Würze im Wildkräutersalat macht. Man kann die kleingehackten Blätter auch auf Brot oder im Kräuterquark verwenden.
Getrocknete Blätter
Aus getrockneten Scharbockskraut-Blättern kann man einen Tee kochen, der innerlich eingenommen gegen Hautleiden, und anderen Hautunreinheiten hilft.
⚠ Wichtig zu wissen über das Scharbockskraut! ⚠
Schon im Februar erscheinen die kleinen gelben Blüten vom Scharbockskraut. Ab diesem Zeitpunkt sammelt man kein Scharbockskraut mehr. Es entwickelt sich vermehrt Protoanemonin, was zu Vergiftungen führen kann.
Vor der Blüte kann das Kraut bedenkenlos verwendet werden. Es bereichert unsere Gesundheit und bringt frischen Geschmack auf den Tisch.
Egal, ob Du das Scharbockskraut frisch im Salat, direkt aufs Brot oder im Smoothie genießt. Es wird, wenn Du es erst einmal kennen gelernt hast, ein treuer Begleiter in der Natur sein.
Bitte konsumiere auch nicht gleich am Anfang zu viele Blätter. Wie immer gilt: fange langsam damit an. Gewöhne Deinen Körper nach der Winterpause wieder an die Vitaminbomben aus der Natur.
Du willst tiefer in die Welt der Kräuter einsteigen? Dann melde Dich einfach zu einer der Kräuterwanderungen an. Bei den Kräuterwanderungen lernst Du den sicheren Umgang mit Wildkräutern.
Räuchern mit Kräutern. Es gibt unglaublich viele Mischungen und Utensilien zu kaufen. Doch der größte Wert liegt in den Dingen, die man mit Liebe selbst herstellt. Bei mir im Garten steht, selbst jetzt noch im Dezember, Rosmarin, Salbei und Thymian. Und mit diesen drei kraftvollen Pflanzen erhältst Du schon eine geballte Mischung zum Räuchern!
Die Wirkung der drei Gartenkräuter Rosmarin, Thymian und Salbei:
Rosmarin: segnend, unterstützt bei Trauer und dem Loslassen, inspirierend, aufheiternd, anregend
Thymian / Quendel: reinigend, stärkt Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen, zum ausräuchern von Krankenzimmern, Stärkung der Abwehrkräfte
Salbei: reinigt die Raumatmosphäre, klärt den Geist, unterstützt bei Meditationen und zur Einstimmung von Ritualen, fördert die Konzentration
Raucherstäbchen bzw. Räuchersticks selbst herstellen ist sehr einfach. Frische Pflanzenteile werden zusammen gebunden. Bitte nur Naturbänder wie Bast, Hanf oder Baumwolle verwenden.
Die Stängel fest zusammen binden und danach gut durchtrocknen lassen. Das Trocken ist sehr wichtig, damit sich kein Schimmel bildet! Deshalb bevorzuge ich im Winter das herstellen der dünnen Räuchersticks. Die dickeren Räucherbündel mache ich besser an einem trockenen Sommertag.
Warum und wie funktioniert Räuchern?
Räuchern kann man mit Kräutern, Harzen, Rinden oder Wurzeln. Duftmoleküle werden über die Nase aufgenommen und wirken direkt auf das vegetative Nervensystem. Emotionale, geistige und auch körperliche Prozesse können somit angestoßen werden.
Das Räuchern kann sich auch positiv auf Räume auswirken. Manchmal hat man beim Betreten eines Raumes das Gefühl „hier herrscht dicke Luft“. Besonders nach Streit oder in Büros, in denen schwierige Themen bearbeitet werden, kann dies der Fall sein. Mit regelmäßigem Räuchern können diese negative Schwingungen verändert werden.
Natürlich gibt es eine Vielzahl weiterer Räucher-Kräuter, die sich positiv auf Körper, Seele und Geist auswirken. Besonders im Sommer, wenn die Pflanzen in Ihrer vollen Blüte stehen und ihre volle Kraft zeigen.
Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe weiterer Möglichkeiten zum Räuchern, wie zum Beispiel mit dem Räucherstövchen oder mit Kohle. Ich persönlich mag gerne die Räuchersticks wegen der einfachen Handhabung. Zudem sind sie ein wunderbares Geschenk für Menschen, die die Kraft der Natur zu schätzen wissen.
Lust auf mehr? Mit meinem Workshop für die Rauhnächte gibt es geballtes Wissen rund um alte Rituale. Noch mehr Kräuterwissen gibt es auch bei meinen Kräuterwanderungen, die durch das ganze Jahr begleiten.
Übrigens findest Du hier noch einen spannenden Artikel über ein Dankbarkeits-Ritual. Jetzt ist die richtige Zeit damit zu starten.
Bärlauch-Samen? Bei Bärlauch denken viele Menschen an die feinen, frischen Blätter im zeitigen Frühjahr ab Februar. Doch weit gefehlt. Selbst im Juni ist der Bärlauch noch eine richtige Delikatesse.
Nach der Blütezeit folgt die Samen-Zeit. Die grünen Früchte des Bärlauchs kommen nun zum Vorschein. Der Geschmack des Bärlauch-Samen erinnert an kleine frische Zwiebeln und ist leicht scharf wie Knoblauch.
Nachhaltiges Sammeln von Bärlauch-Samen
Bei unseren Kräuterwanderungen erleben wir immer wieder, wie faszinierend der Kreislauf der Natur ist. Der Bärlauch schenkt uns nicht nur seine würzigen Blätter im Frühjahr, sondern später auch seine Samen für die nächste Generation.
Damit Du beim Sammeln der Bärlauch-Samen alles richtig machst, haben wir ein kurzes Video für Dich vorbereitet. Darin zeigen wir Dir, wie Du die Samen achtsam und naturverträglich ernten kannst.
Wichtige Hinweise für das Sammeln
Denke beim Sammeln der Bärlauch-Samen immer daran:
Nimm nur so viele Samen mit, wie Du wirklich brauchst
Lasse genügend Samen für die natürliche Vermehrung übrig
Bewege Dich achtsam durch die Natur
Hinterlasse keine Spuren Deiner Sammelaktion
Das oberste Gebot beim Wildkräuter sammeln ist: Nach Deinem Besuch sollte niemand erkennen können, dass Du überhaupt da warst. Diese respektvolle Herangehensweise sichert nicht nur das Fortbestehen des Bärlauchs, sondern erhält auch anderen Naturfreunden die Freude an dieser wunderbaren Heilpflanze.
Die Bärlauch-Samen sind auf viele Arten eine Delikatesse:
Frisch über knackigem Salat
Gedünstet zu Gemüse
Eingelegt in Öl – damit man lange genießen kann.
Interessierst Du Dich für weitere Aspekte rund um den Bärlauch? Dann besuche doch eine unserer Bärlauchführungen im Frühjahr. Wir freuen uns auf Dich!
Giersch bringt auf jeder Kräuterwanderung zwei Reaktionen hervor. Freud oder Leid. Wer Giersch in seinem Garten hat, kennt seine Hartnäckigkeit. Weiß man jedoch um seine Vorzüge und um seinen einzigartig leckeren Geschmack, kann es auch Freude bereiten, wenn der Giersch „endlich“ im zeitigen Frühjahr zu sehen ist.
Im Frühling, wenn die jungen Gierschblätter zu sprießen beginnen, ist er besonders schmackhaft. Der Giersch erinnert an den Geschmack intensiver Petersilie und macht frisch gezupft jeden Salat zu einem schmackhaften Wildkräutersalat.
Den Giersch sammle ich immer sortenrein. Heißt, ich mische diesen nicht mit anderen Kräutern. Beim Sortieren überprüfe ich nochmals mein Sammelgut.
Giersch ist ein Doldenblütler und diesen muss man mit Achtsamkeit und Respekt sammeln.
Die Eigenschaft vom Giersch
In der Volksheilkunde galt der Giersch als Gichtmittel. Die Blätter haben eine harntreibende, entzündungshemmende und krampflösende Wirkung. Vitamin C, Mineralien, Flavonoide und vieles mehr zählt zu seinen gesunden Inhaltsstoffen. Diese machen den Giersch zu einem wahren Antreiber für den Stoffwechsel im Frühjahr. Ade Winter, willkommen Frühling!
Das Geheimnis liegt im richtigen Moment: Die besten Blätter gibt es von März bis Mai, solange die Pflanze noch jung ist. Je kleiner und zarter die Blätter, desto milder und aromatischer der Geschmack.
Ab Juni, wenn der Giersch zu blühen beginnt, werden die Blätter bitterer und zäher – dann eignen sie sich kaum noch für die Küche.
✂️ Der Sommertrick: Einfach kräftig zurückschneiden! Giersch treibt danach frisch aus und Du hast von März bis Oktober immer wieder zarte, junge Blätter.
Den Giersch erkennen
Giersch gehört zu den Doldenblütlern. Unter dieser Pflanzengattung gibt es in Deutschland auch giftige Doppelgänger. Ein sehr gutes Erkennungszeichen ist sein kantiger, dreieckiger Stängel . Wenn man den Stängel zwischen den Fingern dreht, kann man das sehr gut spüren. Solltest Du Dir unsicher sein, unbedingt Finger davon lassen! Es kann bei Doldenblütlern unliebsame Verwechslungen geben. Hier empfehle ich Dir eine meiner Kräuterwanderungen. Meistens begegnen wir dem Giersch zu allen Jahreszeiten.
Besonders schmackhaft und gesund sind die jungen Blätter vom Giersch. Am besten sind die hellgrünen, noch leicht zusammengefalteten Blätter.
Hier siehst Du die unterschiedlichen Stadien der jungen Blätter.
Der Giersch ist erkennbar an seinem kantigen, dreieckigen Stängel. Mit etwas Fingerspitzengefühl kannst Du das gut fühlen.
Ein weiters Erkennungsmerkmal vom Giersch sind die dreigeteilten und gefiederten Blätter.
⚠️ Im Zweifel lieber nicht sammeln – oder mit jemandem gehen, der die Pflanze sicher kennt. Bei meinen Kräuterwanderungen zeige ich Dir Giersch und wie Du ihn sicher bestimmen kannst.
Giersch vs. Petersilie: Ein Vergleich
Giersch in der Küche: So verwendest Du ihn
Die jungen Blätter sind vielseitiger, als die meisten ahnen:
Roh genießen Als Salat mit anderen Frühlingskräutern, in grünen Smoothies oder als Topping auf Suppen und Broten.
Gegart wie Spinat, als Suppe, in Quiches oder Aufläufen.
Haltbar machen Einfrieren, als Pesto oder als Nasssalz – das Rezept findest Du gleich weiter unten.
Rezepte mit Giersch
🧂 Gesundes Giersch-Salz
Neben die vielseitigen Verwendung der frischen Blätter (und später im Jahr die Verwendung der Blüten und der Samen), kann man auch ein aromatisches und gesundes Gierschsalz herstellen. Die Zubereitung ist denkbar einfach:
Zutaten:
2-3 handvoll Giersch-Blätter
etwa 200 Gramm hochwertiges Salz
Zubereitung:
Die Blätter vom jungen Giersch zerkleinern
Das Salz untermischen
Auf einem Backblech ausbreiten und etwas drei Tage an einem luftigen Ort trocknen
Nach dem Trocknen das Giersch-Salz nochmals zerkleinern
In Gläser abfüllen
Der Giersch mit dem untergemischten Salz muss gut getrocknet sein. Sonst kann es zu Schimmelbildung kommen.
Das Giersch-Salz passt hervorragend zum Würzen von herzhaften Speisen. Zudem bereitet es, hübsch in Gläschen verpackt, große Freude als Mitbringsel.
🧪 Schnelles Giersch-Nasssalz
Das einfachste und vielseitigste Rezept. Das Salz konserviert die Blätter und macht das feine Aroma monatelang haltbar.
Du brauchst:
100 g frische, junge Gierschblätter
30 g grobes Meersalz
So geht’s:
Gierschblätter waschen und sehr gut trocknen
Grob zerkleinern und mit dem Salz in ein hohes Gefäß geben
Mit Stabmixer oder im Mörser zu einer groben Paste verarbeiten
In ein sauberes Schraubglas füllen und gut verschließen
💡 Im Kühlschrank hält das Nasssalz mehrere Wochen. Verwende es in Suppen, Dips, Kräuterbutter oder auf frischem Brot.
🍵 Einfache Giersch-Suppe
Du brauchst (für 4 Personen):
2 große Handvoll junge Gierschblätter
1 Zwiebel
1 mehligkochende Kartoffel
500 ml Gemüsebrühe
1 EL Butter
Salz, Pfeffer, Muskat
So geht’s:
Zwiebel würfeln und in Butter glasig dünsten
Kartoffel schälen, würfeln, kurz mitdünsten
Mit Brühe aufgießen, 15 Minuten köcheln lassen
Gierschblätter grob hacken, dazugeben, kurz mitköcheln
Pürieren und abschmecken
🌿 Giersch-Pesto
Du brauchst:
100 g junge Gierschblätter
50 g Parmesan, gerieben
50 g Pinienkerne oder Walnüsse
100 ml gutes Olivenöl
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer
Alle Zutaten im Mixer zu einer groben Paste verarbeiten, abschmecken, in Gläser füllen. Im Kühlschrank ca. 1 Woche haltbar – oder einfrieren!
⚠️ Frisches Kräuterpesto in Öl immer im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb einer Woche aufbrauchen oder einfrieren.
Kann man Giersch einfrieren?
Ja! So hast Du auch im Winter noch etwas von der Frühlingsküche:
Blätter waschen und gut trocknen
Portionsweise in Gefrierbeutel füllen und beschriften
Hält bis zu 12 Monate
Giersch im Garten: Ernten statt bekämpfen
Regelmäßiges Ernten ist die effektivste Methode, Giersch zurückzudrängen. Was Du erntest, kann nicht blühen – und was nicht blüht, verbreitet sich weniger. Natürlich verschwindet er dadurch nicht ganz. Aber Du hast das ganze Frühjahr frisches Grün und tust gleichzeitig etwas fürs Gartenbett. Das ist doch ein guter Deal, oder?
Fazit: Giersch verdient mehr Respekt
Giersch ist kein Feind. Er ist ein hartnäckiger Frühlingsbote, der Dir jedes Jahr kostenlos sein Bestes gibt. Du musst ihn nur nehmen. Mit seinen zarten Blättern, dem feinen Petersilienduft und seiner Vielseitigkeit in der Küche ist er eines der wertvollsten Wildkräuter, die wir haben.
Probier es aus. Ernte ihn. Iss ihn. Und vielleicht wirst Du ihn bald genauso lieben wie ich.
Ab März startet die Hochsaison für Bärlauch-Sammler*innen. Viele Menschen haben aber auch Angst, den Bärlauch mit Giftpflanzen, wie zum Beispiel dem Maiglöckchen, der Herbstzeitlosen oder dem Aronstab zu verwechseln. Bärlauch richtig sammeln bedeutet, sehr achtsam zu sein.
Die Bedenken lassen sich leicht ausräumen, weil man Bärlauch an diesen Merkmalen gut erkennen kann:
Der Bärlauch wächst in Büscheln.
Die Blätter sind länglich und spitz zulaufend.
Die Oberseite des Blattes ist matt dunkelgrün, die Unterseite heller.
Die länglichen Blattnerven laufen zur Blattspitze zu.
Wichtig: Der Bärlauch ist zwar an seinem eindeutigen Knoblauch-Geruch erkennbar, wenn man ein Blatt zerreibt. Doch danach kann man die weiteren Blätter nicht mehr unterscheiden, weil der Geruch lange an den Fingern haftet.
Bitte beachte folgende Regeln beim Sammeln:
Ernte nur an Sammelstellen mit großen Beständen.
Die Blätter einzeln sammeln, damit die giftigen Doppelgänger gut erkennbar sind.
Nur 1-2 Blätter pro Pflanze sammeln, um die Pflanze zu schonen.
Beim Betreten in ein Bärlauch-Feld nicht die Pflanzen zertreten.
Abseits der Wege suchen.
Im Video zeige ich Euch, wie man am Besten den Bärlauch sammelt und den giftigen Aronstab zwischen dem Bärlauch gut erkennen kann.
Alle nannten Dich liebevoll Mutter. Doch Du warst meine Oma. Eine Oma, die mich bisher mein ganzes Leben begleitet hat.
Wir haben Höhen und Tiefen miteinander geteilt. Wir konnten zusammen weinen und lachen. In meiner Kindheit war ich mit Dir im Garten, auf dem Acker, im Wald.
Einmal sind wir zusammen Schneeglöckchen sammeln gegangen und ich habe Dich gefragt, wie die aussehen. Du sagtest, wenn Du sie siehst, wirst Du es wissen. Du hast mir vertraut.
Vertrauen
Du hast mir gezeigt, wie wichtig Kräuter in der Küche und in der Hausapotheke sind. Dein Garten war voller Kräuter, Gemüse und Früchte.
Und nun bist Du nicht mehr da.
Meine Oma Emma
Alle sagen, dass es gut ist wie es ist. Mit 93 darf man sterben. Ja, mein Kopf weiß das. Aber mein Herz ist traurig. Ich weiß, dass die früheren Zeiten nie mehr gekommen wären. Mir ist bewusst, dass Du körperlich nicht mehr konntest. Doch bis zum Schluss haben wir schöne und bereichernde Gespräche geführt.
4 Tage vor Deinem Tod hast Du mir gesagt, dass es Dein 72 Hochzeitstag wäre. 72 Jahre! Werte wie Beständigkeit, Ausdauer und Familie haben Dich ausgemacht. Dein Mann hat sich gefreut, als Du „endlich“ zu ihm gekommen bist.
Mutter, ich vermisse Dich und ich verspreche Dir, dass Du immer bei mir bist. In meinem Herz. In meinem Garten. In meinen Kräutern.
Für Emma Plege, der besten Oma auf der ganzen Welt! 24.04.1927 – 02.09.2020
„Wilder Pfeffer“ kann von den Samenständen der Knoblauchsrauke gesammelt werden. Der Geschmack erinnert an Meerrettich und ist leicht scharf. Ein echtes Highlight im Salat oder auf warmen Speisen.
Einfach die ganzen Samen über das Essen streuen oder in einer Pfeffermühle frisch übers Essen mahlen.
Eine wahre Bereicherung in Eurer Wildkräuterküche!
Der richtige Zeitpunkt für das Sammeln der Samen ist von Mitte Juli bis Mitte August.
aus der Sendung vom Mi, 29.4.2020 18:45 Uhr, Landesschau Baden-Württemberg, SWR Fernsehen BW.
Mein persönlicher Tipp vorab: Probiert einmal, Pfeffer mit Galgant zu ersetzen. Galgant hat eine feinere Note als Pfeffer und bringt doch eine gute Würze mit. In den Rezepten schreibe ich deshalb Pfeffer oder Galgant.
Aber egal was man wählt, Wildkräuter bringen immer ein hervorragendes Geschmackserlebnis auf den Tisch. Zudem wird Euer Körper mit wertvollen Mineralien und Vitaminen versorgt, da die Wildkräuter ein Vielfaches an wichtigen Nährstoffen für Dich bereit halten als herkömmliche Lebensmittel.
Wildkräutersalat
1 Kopf grüner Salat
Ein paar Blätter Radicchio
Wildkräuter der Saison z. B. Giersch, Sauerampfer, Knoblauchsrauke, Bärlauch. Zum Verzieren eignen sich folgende Blüten: Gänseblümchen, Löwenzahn, Taubnessel, Gundermann … hier sind je nach Kenntnisse keine Grenzen gesetzt. Alles was schmeckt und gut tut darf den Salat und somit Deinen Körper bereichern.
Öl, Essig, Senf, Honig oder Apfelsaft, Salz, Pfeffer oder Galgant
Salat und Wildkräuter waschen (außer die Blüten!) und zerkleinern. Das Dressing aus den Zutaten mischen. Mit Salz und Pfeffer oder Galgant abschmecken.
Baguette mit Knoblauchsrauke und geschmolzenem Camembert
1 Baguette längs halbiert
3-4 Handvoll Knoblauchsraukenspitzen
4 EL Olivenöl
100 g Camembert
Salz, Pfeffer oder Galgant
Ggf. weitere Wildkräuterblüten zum verzieren
Wildkräutersalat mit Baguette
Die Blätter und die Triebspitzen waschen, abtropfen lassen. Ca. 1/4 zur Seite legen, den Rest fein schneiden. Den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Das Baguette auf ein Backblech legen. Das fein geschnittene Kraut mit Öl, Salz und Pfeffer oder Galgant mischen und auf das Baguette streichen. Den Camembert in Streifen schneiden und das Baguette belegen. 7-10 Minuten im vorgeheizten Ofen backen, bis der Camembert leicht gebräunt ist. Herausnehmen und mit den restlichen Knoblauchsraukenspitzen bestreuen. Zum weiteren dekorieren eignen sich auch hervorragend Blüten vom Gänseblümchen, Bärlauch, Löwenzahn etc.
Gebratene Löwenzahnknospen
Eine Handvoll noch nicht aufgegangenen Löwenzahn-Knospen
Olivenöl
Salz, Paprika
Die Löwenzahnknospen im Olivenöl leicht anbraten bis sie etwas gebräunt sind. Danach mit Salz und etwas Paprika abschmecken. Fertig ist der gesunde und sehr schmackhafte Leckerbissen, den man über den Salat geben oder als kleine Vorspeise servieren kann.
Blätter und Blüten von den Gundermannspitzen trennen. Die Blättchen waschen (nicht die Blüten). Erdbeeren waschen, halbieren und in Glasschälchen verteilen. Gundermannblättchen fein schneiden. Joghurt in einer Schüssel glatt rühren. Sahne steif schlagen und Vanillezucker dazugeben. Die fein gehackten Gundermannblättchen und Sahne unter den Joghurt heben, abschmecken und über die Erdbeeren geben. Zum Schluss die Gundermannblüten über die Creme geben
Corona-Virus. Er verbreitet Angst und Panik. Nie gekannt Einschränkungen sind nun aktiv. Doch halten wir einfach mal kurz inne. Mein Lebensmotto „Alles ist für etwas gut“ möchte ich insbesondere in der Krisenzeit nicht über Bord werfen. Das wäre so ähnlich wie eine Diät die man nur machen möchte, wenn man gerade satt ist. Aber beim ersten Hungergefühl gibt es plötzlich keine Diät mehr.
Alles ist für etwas gut! Auch in der Krise.
Warum schreibe ich diesen Blogbeitrag? Weil ich gerne einen Impuls setzen möchte. Wir können unser Immunsystem stärken. Es ist Frühling. Nie sind die Kräuter kraftvoller als im Frühling. Für die besten Kräuter im Frühjahr muss man kein Kräuterexperte sein.
Mein Tipp #1: Junge Brennnessel-Spitzen! Warum?
Die Brennnessel enthält mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte. Sie enthält viele Mineralien wie Eisen, Kalium, Magnesium und ist sogar reich an Eiweiß. 100 Gramm frische Brennnesselblätter enthalten ähnlich viel Eiweiß wie die gleiche Menge frische Hülsenfrüchte. Dieser wunderbaren Pflanze sagt man in der Volksmedizin nach, dass sie entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, immunsystemstimulierend und sogar schmerzlindernd sein soll.
Brennnessel-Spitze
Mein Tipp #2: Löwenzahn! Warum?
Der Löwenzahn ist ein richtiger Allrounder, wenn es um die Gesundheit geht. Dank seiner Bitterstoffe regelt er die Verdauung und unterstützt Leber und Galle. Deshalb gilt er als wahres Stärkungsmittel. Wegen seiner harntreibenden Wirkung wird der Löwenzahn unter anderem auch Bettnässer oder Bettseecher genannt. In der Frühjahrskur angewandt soll der Löwenzahn auch blutreinigend wirken.
Löwenzahn Blüte und Knospe
Heilkraut anstatt Unkraut!
Mit diesen beiden Kräutern habt Ihr schon mal den vollen
Immunsystem-Booster. Eine unglaubliche Vielfalt an Mineralien und Vitaminen.
Eine kleine Warnung möchte ich allerdings aussprechen. Viel hilft nicht viel! Übertreibt es nicht mit den Frühjahrskräutern, sonst bekommt Ihr einen gratis „Hausputz“ im Körper. Nein, das ist nicht schlimm. Aber der Körper könnte eventuell mit Durchfall reagieren und das muss ja nicht sein… Eine handvoll Kräuter ist für den Anfang völlig ausreichen. Einfach herantasten und ausprobieren was für Euch gut ist.
Grün aufs Auge!
Die Kräuter haben neben der körperlichen auch eine seelische Wirkung. Wenn Ihr jetzt in die Natur hinaus geht und die wunderbare Fülle betrachtet. Eine essbare, gesunde Bereicherung. Das beruhigt und entspannt den Geist. Alles andere ist plötzlich nicht mehr so wichtig.
Hier noch ein wunderbares Rezept zum Ausprobieren:
Sammelt die noch nicht aufgegangenen Löwenzahn-Knospen
Diese in der Pfanne mit gutem Olivenöl leicht anbraten bis sie etwas gebräunt sind
Etwas salzen
Fertig ist der Leckerbissen, den man über den Salat geben oder als kleine Vorspeise servieren kann
Gebratene Löwenzahn-Knospen – eine DelikatesseSpargel mit Löwenzahnknospen
Das Positive in der Situation erkennen … oder mein Lebensmotto: Alles ist für irgendetwas gut
Neulich habe ich einen Befund meines Arztes bekommen. Ich musste ins Krankenhaus für einen kleinen, ambulanten Eingriff mit Vollnarkose. Keine Sorge, wirklich klein, alles Routine… ab sehr belastend für die Nerven (ich war noch nie Patient in einem Krankenhaus).
Der Tag kam und ich musste mich nervös um 8:00 Uhr auf der Station melden. Die Aussage der Schwester: die OP ist für 14:00 Uhr geplant. Kann aber jederzeit vorverlegt werden. Lustig. Ich kam nüchtern, wie das nun mal bei OPs ist … aber ich durfte trotzdem nichts trinken, es könnte ja sein ich komme früher dran. Nervös. Allein gelassen. Spazieren laufen wurde mir auch untersagt.
Nun saß ich da wie in einer Zelle. Für mich als Bewegungs- und Naturmensch sind Krankenhäuser sowieso eine Qual. Klar sind sie wichtig. Aber trotzdem kann ich nicht verstehen, warum diese belastende Wartezeit sein muss. Ich war wütend, bedauerte und bemitleidetet mich selbst … und vertrieb ich mir eine Weile die Zeit mit Emails und surfen. Aber das wurde mir bald langweilig. Mein Herz drohte mir aus der Brust zu springen.
Ich sah wehmütig aus dem Fenster und sah einen völlig vertrockneten Rasen. Doch halt, nicht ganz vertrocknet. Genau Mitten drin war eine wunderbare Königskerze. Sie war da. Stolz. Aufrecht. Riesige Blätter. Schöne Blüten.
Aussicht Krankenhaus
Ich schaute die Königskerze eine Weile an und rief mir die Wirkung ins Gedächtnis wie zum Beispiel gegen Husten, gut bei Wunden … vielleicht nach der OP ganz hilfreich…, aber irgendetwas war da noch.
Die Königskerze hat am Morgen die beste Wirkung und abends fallen die Blüten ab, um morgens wieder mit neuen Blüten zu erstrahlen. Transformation. Weitergehen. Alles ist in Bewegung. Ich lasse los und halte an nichts fest.
Ich sah die Stärke, die Kraft. Sie sagt mir: „Ich bin hier und ich stehe dazu. Wer mich kennt der liebt mich. Wer mich nicht kennt, nimmt mich vielleicht gar nicht wahr. Und doch kenne ich meine Größe.“
Königskerze Mitten drin
Nun, ich sitzt hier in diesem Krankenhauszimmer und warte. Vielleicht 6 Stunden. Vielleicht mehr. Vielleicht weniger. Ich weiß es nicht. Aber wenn ich es genau betrachte bekomme ich Zeit geschenkt. Wann schau ich mir die Königskerze so intensiv an. Wann dringe ich wirklich so in das Wesen ein, dass die Pflanze mit mir kommuniziert? Ich bin zwar viel draußen aber meistens in Bewegung.
Wenn ich es recht betrachte ist der anfänglich Ärger und sogar teilweise die Nervosität verflogen. Ich habe ein Geschenk erhalten. Alleine in einem Zimmer. Ich kann machen was ich will (außer essen, trinken und laufen). Und auch hier kommen die Pflanzen zu mir.
Einer meiner Lehrer sagte mir mal: „Wenn Du Dich mit Pflanzen verbündest hast Du überall Freunde.“ Er hat recht. Selbst an den unwirklichsten Orten sind sie einfach da und erzählen ihre Geschichte.
Meine Philosophie geht auch in dunklen Momenten auf: Alles ist für irgendetwas gut!
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