Herzlich Willkommen auf der Kräuterübersicht. Ich hoffe, Du bist von der wilden Welt der Kräuter begeistert. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Wiederholen der Kräuter.
Überblick der Kräuter

Breitwegerich
Der Breitwegerich ist der Bruder des Spitzwegerichs und kann auch ähnlich verwendet werden wie dieser.
- Schnitt- und Kratzwunden
- gegen Husten und Halsschmerzen
- Beschwerden der Verdauungsorgane
Wanderer kann er gute Dienste leisten, denn wenn die Füße schmerzen und Blasen drohen, kann man die breiten Blätter des Breitwegerichs pflücken, mit einem Stein etwas platt walzen und als Einlage in den Schuh legen. Die Füße werden es danken, denn der Saft des Breitwegerichs wirkt kühlend und wundheilend.
Tipp: Im Sommer/Herbst zeigen sich die Samen, die einfach zu sammeln sind. Diese können ähnlich wie die Flohsamen gut auf die Verdauung wirken.

Brombeere
Die Verwendung der Brombeere reicht weit zurück. Schon in der Jungsteinzeit (ca. 9. Jh. vor Chr.) wurden Brombeeren gegessen, was archäologische Ausgrabungen belegen. Seit 400 v. Chr. fand die Brombeere auch in der Medizin Verwendung.
Bei den Inhaltsstoffen muss man zwischen den Blättern und den Früchten unterscheiden.
Die Blätter haben einen hohen Gehalt an Gerbstoffen, die adstringierend, also zusammenziehend wirken. Weitere Inhaltsstoffe sind Pflanzensäuren und Flavonoide.
Der beste Sammelzeitpunkt ist im Frühjahr von Mai bis Juni, wenn sich die jungen Blätter in voll entfalteten Zustand befinden.
Die Früchte enthalten viel Vtamine A, den B-Komplex und Vitamin C. Zusätzlich sind sie reich an Mineralstoffen wie Kalium, Calcium, Magnesium und Phosphat.
Heilwirkung Brombeerblätter:
- Durchfall
- Entzündungen im Mund- und Rachenschleimhaut
- Heiserkeit (gurgeln)
- Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte
- Grundtee für Hausmischungen
In der Volksmedizin wurden die Brombeerblätter in Teezubereitungen auch bei Erkrankungen der Atmungsorgane, zur Blutreinigung bei Hautausschlägen und bei Diabetes II verabreicht.
Zubereitung Brombeer-Tee:
Ein Teelöffel getrocknete Brombeerblätter (fein zerschnitten) mit kochendem Wasser übergießen. 10 Minuten ziehen lassen. Genießen.
Als Mischung eignen sich getrocknete Apfelschalen oder getrocknete Brombeeren (diese ebenfalls zerkleinern).

Beifuß
Bei Verdauungsbeschwerden und Frauenleiden kann der Beifuß immense Erleichterung verschaffen. Auch bei Krämpfen aller Art – von Bauchweh, Unterleibsschmerzen bis hin zu Asthmaanfällen – lindert der Beifuß durch seine entkrampfende Wirkung.
Als Küchenkraut hilft der Beifuß mit seinen Bitterstoffen der Leber und Galle bei der Fett-Verdauung. Deshalb gehört das Kraut klassisch als Gewürz zu fettem Fleisch wie zum Beispiel dem Gänsebraten.
Weitere Wirkung:
Beruhigend, durchblutungsfördernd, Galle treibend, menstruationsfördernd, wehenfördernd
Räucherkraut:
Hervorragendes Kraut zum Räuchern. Vor allem während der Sommersonnwende und der Wintersonnwende. Wirkung beim Räuchern unter Anderem: stärkt das Weibliche, reinigend, schützend, für Neubeginn, fördert Intuition, unterstützt Übergänge.
Hier ein Beitrag auf Instagram von mir, wie man Kräuterbündel selbst herstellt.
Hast Du Lust auf das räuchern bekommen? Hier ein Event-Tipp für einen Räucher-Workshop: Räuchern mit heimischen Kräutern – Ein Workshop für alle Sinne

Brennnessel
Die Brennnessel unterstützt unsere Gesundheit auf vielfältige Weise wie zum Beispiel: Förderung des Stoffwechsels, wasser- und harntreibend, verdauungsfördernd, blutbildend, entschlackend z. B. bei Schuppen, Rheuma, Gicht, Blasen- und Nierenleiden.
Heilwirkung bei Energiemangel und Müdigkeit: Die Brennnessel ist ein Stärkungsmittel und eignet sich daher für alle, die sich müde und ausgelaugt fühlen. Für diesen Zweck nimmt man die Brennnesselsamen ein. Sie steigern die Vitalität und die Potenz. Gründe für diese vitalisierende Wirkung gibt es viele. Zunächst ist da der Vital- und Mineralstoffreichtum der Samen. Dazu kommen die stark antioxidativen und auch leberschützende Fähigkeiten der Brennnesselsamen.
Die Brennnessel gehört zu den Männer-Heilpflanzen. So soll sie zum Beispiel bei Prostataleiden sehr wirkungsvoll sein, weil sie in der Wurzel Steroide enthält, die das Wachstum von Prostatazellen hemmen sollen. Bei Prostata-Vergrößerung erleichtert sie das Wasserlassen. Sie soll auch verhindern, das Testosteron in Östrogene umgewandelt werden.
Tipp: als Tee (jungen Blätter), Spinat, Pesto, Smoothies oder als Pflanzendünger

Gänseblümchen
Das Gänseblümchen ist schon seit hunderten von Jahren ein beliebtes Heilkraut. Man kennt es schon lange aufgrund seiner wundheilenden und entzündungshemmenden Eigenschaften, zudem festigt es das Bindegewebe. Auch heute noch wird das Gänseblümchen als die kleine Schwester der Arnika bezeichnet.
Die feinen Blätter und die Blüten kann man zum Beispiel zu einem Brei gegen Insektenstiche, Wunden und Prellungen verarbeiten. Gegen Insektenstiche helfen zudem zerriebene Blätter des Gänseblümchens, die man auf die Einstichstelle liegt. Dies lässt die Einstiche abschwellen, zudem wird der Juckreiz gelindert.
In der Volksmedizin behandelt man mit den entwässernden und schweißtreibend wirkenden Blättern und Blüten Hautunreinheiten, Erkältungen, Husten, Magen- und Gallenbeschwerden. Man kann diese Abkochung auch für Umschläge oder Waschungen nehmen. Besonders für trockene Haut hat es eine reizmindernde und beruhigende Wirkung und bereichert Cremes und Aufgüsse.
Räucherkraut
Es wird ihm nachgesagt, dass es Harmonie schafft, die Stimmung erhellt, Energie spendet und belebend wirkt. Beim Räuchern können Sie am Besten ihr volles Potenzial entfalten, wenn Du die Blüten am Rande des Räucherstövchens platzierst, damit die empfindlichen Blüten nicht zu schnell verbrennen.

Giersch
„Gichtmittel“, beruhigend, entwässernd, entzündungshemmend, harnsäurelösend, harntreibend, verdauungsanregend
z. B. bei Rheuma, Gicht, Arthritis
Giersch ist als hartnäckiges Unkraut verschrien. Wenn man ihn als gesundes Gemüse betrachtet und die jungen Blätter immer erntet, muss man sich nicht mehr über seine Wuchskräftigkeit ärgern …
Tipp: Erkennbar am dreieckigen Stil

Holunder
Der schwarze Holunder hat schon seit alters her eine mythologische Bedeutung. So glaubten die Germanen, dass im Hollerstrauch die Schutzgöttin Holda wohnte. Sie pflanzten den Strauch vor Häuser und Scheunen und hofften, dass Holda Hexen und böse Zauberer abwehrte. Auch Blitz und Feuer sollte der Holunderbusch fern halten. Die Gebrüder Grimm ließen die germanische Gottheit in ihrem Märchen „Frau Holle“ wieder aufleben.
Holunderblüten, ebenso wie Holunderbeeren, sollen eine schweißtreibende Wirkung haben und damit Schnupfen und fieberhaften Infekten lindern. Weiterhin ist der Holunder für seine blutreinigende und entwässernde Wirkung bekannt und ist also somit für die Nieren gut.
Man kann den Tee auch vorbeugend nehmen, wenn wieder die Grippe umgeht.
Die Blüten sind frisch und getrocknet verwendbar. Wer seine Abwehrkräfte stärken möchte, kann auch auf Holunderbeerensaft setzen. Denn dieser enthält recht viel Vitamin C. Doch Vorsicht: Wer den Saft erhitzt, zum Beispiel als Punsch, zerstört schnell das hitzeempfindliche Vitamin C. Deshalb nicht kochen lassen, sondern nur kurz erwärmen.

Knoblauchsrauke
Die Knoblauchrauke in der Volksheilkunde: antibakteriell, schweißtreibend, z. B. bei Asthma, Bronchitis, Husten, Wunden,
Tipp: schmeckt leicht nach Knoblauch und im Vorfrühling zeigt die Knoblauchrauke bereits ihre jungen, zarten Blätter. In der Küche eine tolle Alternative zum Bärlauch.
Wer es scharf mag, sollte die grünen Samenschoten probieren, die man ein paar Wochen nach der Blüte ernten kann. Sie schmecken wie eine Mischung aus Kresse und Peperoni und machen in Öl eingelegt, dieses zu einem echten Scharfmacher für Salate oder Fleisch.
Die schwarzen ausgereiften Samen sind nicht minder scharf, in der Pfeffermühle sind sie als „Wilder Pfeffer“ ein lohnenswertes Gewürz. Man kann auch Senf aus ihnen herstellen oder sie im nächsten Winter als vitaminreiche Sprossen keimen lassen.

Labkraut
Das Labkraut enthält Kieselerde, es regt die Niere an, weckt die Lebensgeister und dient zur Entschlackung. Gut bei bei Hautproblemen dank der Kieselerde. Es ist ein hervorragendes Kraut im Salat
Tipp: Kaltauszug: Blüten sammeln, mit kaltem Wasser bedecken und über Nacht stehen lassen. Herrliche Erfrischung im Sommer. Nach Belieben Minze und eine Scheibe Zitrone mit in den Kaltauszug nehmen.

Spitzwegerich
Mit dem Spitzwegerich steht uns eine Heilpflanze zur Verfügung, auf die wir in der Natur häufig stoßen. Bei einem Ausflug ins Grüne kann die Pflanze helfen, das Jucken oder die Schwellung von einem Mückenstich zu lindern.
Dazu nimmt man ein Blatt des Spitzwegerichs und quetscht in leicht, damit der Pflanzensaft austritt. Das Blatt kann dann auf die Haut gelegt werden oder man reibt den Saft auf die juckende Stelle.
Weiter Heilwirkungen:
Verletzungen, Hautentzündungen, Verbrennungen, Schwellungen, Stiche, Magenschleimhautentzündung, Reizdarm, Entzündungen im Mund und Rachen.
Tipp: Hilft gegen „Verschleimung“ durch Milchprodukte. Einfach in den Frischkäse oder Quark schneiden.

Stinkender Storchenschnabel
Das Kraut ist mit der bekannten Geranie bekannt. Deshalb besticht der Storchenschnabel auh mit seiner schönen Blüte. Das Kraut ist auch als Ruprechtskraut bekannt.
Unterschätzt in seiner Wirkung kann die filigrane Heilpflanze Linderung bei vielerlei Beschwerden bringen.
Der stinkende Storchenschnabel hat Dank seiner Gerb- und Bitterstoffe entzündungshemmenden und wundheilenden Eigeschaften. Es ist also ideal für kleine Wunden und Entzündungen aller Art.
Die Heilwirkung in der Volksheilkunde
- Blühendes Kraut und die Wurzel innerlich bei Durchfall
- Chronischen Entzündungen des Magen-Darm-Traktes
- Entgiftende Wirkung, z.B. zur Ausleitung von Schwermetallen
- Durch seine stoffwechselanregende Wirkung wird der Lymphfluss aktiviert
- Bei Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen kann der ungesüßte Tee auch mehrmals täglich zum Gurgeln verwendet werden.
- Auch äußerlich kann der Tee als Waschung angewendet werden. Zum Beispiel bei Entzündungen, Juckreiz, Ekzeme oder Fußpilz. Dafür die betroffenen Hautpartien mit einem Tee-getränkten Tuch auflegen.
Mit dem Ruprechtskraut lässt sich auch eine heilsame Tinktur selber machen. Diese kann bei akuten Magen-Darm-Beschwerden sowie Menstruationsbeschwerden unterstützen.
Auf der Psychischen Ebene kann die Tinktur bei Melancholie und Traurigkeit infolge von Traumata und psychischen Schockzuständen helfen.
Im Raum kann die Tinktur, mit einigen Tropfen mit Wasser vermischt, eine reinigende und wohltuende Wirkung haben.
Herstellung der Tinktur:
- Man sammelt die Blüten an einem sonnigen Tag (am Besten bei zunehmenden Mond).
- Diese kommen in ein Gefäß, das man ca. 2/3 mit den Pflanzenteilen befüllt
- Das Gefäß mit ca. 40% Schnaps auffüllen und ca. 4 Wochen auf der Fensterbank stehen lassen.
- Danach abseihen und in Flaschen abfüllen. Dunkel aufbewahren.
Rezepte
✺ Anti-Juck-Salbe ✺
Schritt 1.1: Spitzwegerich‐Ölauszug herstellen „langsam“
- Blätter klein schneiden und in Schraubglas geben
- Mit Olivenöl aufgießen, sodass alle Blätter bedeckt sind
- 2‐3 Wochen bei Zimmertemperatur ziehen lassen – regelmäßig schütteln
- Abseihen
Schritt 1.2: Spitzwegerich‐Ölauszug herstellen „schnell“
- Blätter klein schneiden und Öl darauf gießen
- In einem Topf erhitzen
- Öl nicht zu heiß werden lassen, nur simmern, nicht kochen
- Auf kleiner Stufe die Blätter im Öl für 15 Minuten „ausziehen“ lassen
- Abkühlen lassen und nochmals 15 Minuten simmern lassen
- Blätter abseihen
Schritt 2:
- Fertigen Ölauszug mit Bienenwachs zusammen geben (Faustregel auf 10 g Ölauszug 1 g Bienenwachs)
- Im Wasserbad erhitzen bis Wachs schmilzt.
- Mit Holz‐Stäbchen verrühren (Stäbchen vom Stileis eigenen sich super)
- Konsistenz testen: Dazu ein Tropfen auf einem Teller kalt werden lassen
- Salbe zu fest: Öl hinzu geben
- Salbe zu weich: Bienenwachs hinzu geben
- Wenn alles passt in gereinigte Gläschen bzw. leere Lippenstift‐Hülse geben.
- Wichtig: beschriften und kühl aufbewahren, Salbe ist mehrere Monate haltbar.
✺ Fermentierter Tee aus Brombeerblättern ✺
Als Ersatz für Schwarztee lässt man die frischen Blätter kurz welken. Danach werden sie mit einem Nudelholz zerdrückt, mit etwas Wasser angefeuchtet und in ein Leinentuch eingeknotet, das an einem warmen Platz aufgehängt wird.
Nach 2-3 Tagen entsteht durch den Fermentierungsvorgang ein an Rosen erinnernder, herrlicher Duft.
Die fermentierten Blätter fertig trocknen. Die Lagerung erfolgt in dicht schließenden Dosen.
✺ Brennnessel-Gemüse ✺
100 g frische Brennnessel-Spitzen, 1 kleine Zwiebel, 20 g Pflanzenöl, Salz, Muskat
Zubereitung und Anwendung:
Die Brennnesseln in ein Geschirrtuch geben und mit einer Nudelrolle andrücken, damit die Brennhaare zerbrechen. Dann die Brennnesseln etwas zerkleinern. Die Zwiebel klein schneiden und in dem Öl glasig andünsten. Brennnesseln dazu geben und kurz mitbraten. Mit Salz und Muskat abschmecken.
Tipp: Das Brennnessel-Gemüse kann man zur Hälfte mit Spinat ersetzen. Dann ist es etwas „milder“ im Geschmack.
App zur Pflanzenbestimmung
Wenn Du Dir unsicher in der Bestimmung der Kräuter bist, kannst Du unterstützend die App „Flora Incognita“ nutzen.
Das wunderbare daran: es gibt keine Werbung, man muss sich nicht anmelden, Du wirst nicht getrackt und obendrein ist die App auch kostenlos.
Eine absolut persönliche Empfehlung von mir.
Wichtig: verlasse Dich nicht blind auf die App sondern nimm auch noch ein Bestimmungsbuch dazu, wenn Du Dir nicht sicher bist! Sammle nur Pflanzen, die Du 100% bestimmen kennst.
Viel Spaß damit.
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Hinweis
Sämtliche Beschreibungen/Anleitungen und Hinweise zum Gebrauch, Verarbeitung, Wirkung und sonstigen Verwendungsmöglichkeiten von Pflanzen(teilen) bzw. Kräutern oder deren Präparaten (z.B. Drogen, Tinkturen, Cremes, Salben, etc.) dienen lediglich Informationszwecken. Bei gesundheitlichen Beschwerden und/oder dem in Erwägung ziehen einer Selbstmedikation, unbedingt vorher einen fachkundigen Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen und entsprechend untersuchen und beraten lassen!
Vielen Dank, dass Du dabei warst. Ich freue mich, wenn ich Dich bald wieder bei einer Kräuterwanderung begrüßen darf.
