Winterkraft tanken, Erkältung vorbeugen, Energie sammeln

✅ So wird Dein Weihnachtsbaum zum Heilmittel im Januar

Nach den Rauhnächten, wenn der Alltag langsam wieder Einzug hält, verändert sich die Stimmung. Das Neue ist noch zart. Das Alte noch spürbar. Und oft steht genau in dieser Zwischenzeit noch ein stiller Begleiter im Raum: der Weihnachtsbaum.

Mehr zu den Rauhnächten findest Du hier.

Was wäre, wenn wir ihn nicht als Dekoration „mit Ablaufdatum“ betrachten, sondern als Winterheilpflanze?

✅ Warum Tanne und Fichte gerade im Januar so wertvoll sind

Der Winter ist aus Sicht der Natur eine Zeit der Reduktion. Kaum Blätter, kaum Farben – aber volle Kraft im Inneren. Immergrüne Bäume wie Tanne und Fichte trotzen Kälte, Dunkelheit und Schnee. Genau diese Qualität wird ihnen in der Volksheilkunde zugeschrieben:

  • Stabilität
  • Widerstandskraft
  • Atemkraft
  • innere Aufrichtung

Nicht zufällig holen wir sie uns zur dunkelsten Zeit des Jahres ins Haus.

Die meisten Weihnachtsbäume sind Fichten (Picea abies) oder Nordmanntannen (Abies nordmanniana). Beide haben ähnliche, aber nicht identische Inhaltsstoffe. In der traditionellen Anwendung werden sie oft zusammen genannt – ich bleibe in diesem Artikel bei beiden.

✅ Inhaltsstoffe der Nadeln – ein kurzer Blick hinter die Kulissen

Nadeln enthalten unter anderem:

  • ätherische Öle (z. B. Pinen, Bornylacetat)
  • Harze
  • Gerbstoffe
  • Vitamin C (in frischen Nadeln – der Gehalt sinkt nach dem Fällen rapide)

Ein ausgetrockneter Weihnachtsbaum ist keine Vitamin-C-Quelle mehr. Aber er enthält noch ätherische Öle und kann für Bad und Räucherwerk genutzt werden.

✅ Wirkung auf Körper & Sinne

In der Volks- und Naturheilkunde werden Tannen- und Fichtennadeln eingesetzt bei:

  • Erkältungen & „festgesetztem Schleim“
  • Muskelverspannung & Erschöpfung
  • innerer Kälte
  • mentaler Schwere
  • dem Gefühl, „nicht richtig durchatmen zu können“

Der Duft wirkt dabei oft schneller als jede Anwendung.

Tipp 1: Nadelbad – mehr als Wellness

Ein Bad mit Nadelsud ist kein Schaumbad, sondern ein bewusstes Ritual. Warum es gerade im Winter sinnvoll ist:

  • Nervensystem: langsames Eintauchen
  • Entspannung: Wärme + ätherische Öle
  • Atemwege: feuchter Dampf

Anwendung für Dein Wellnessbad:

Du brauchst:

  • 4 Handvoll Nadeln vom Weihnachtsbaum (Tanne oder Fichte)
  • Heißes Wasser
  • Einen Topf mit Deckel
  • Optional: 100 g Natron für ein basisches Bad

So geht’s:

  1. Nadeln grob zerkleinern und in einen Topf geben
  2. Mit Wasser bedecken und mindestens 10 Minuten bei geschlossenem Topfdeckel auskochen. Der Deckel ist wichtig – sonst gehen die ätherischen Öle verloren!
  3. Währenddessen Wasser in die Wanne einlaufen lassen. Tipp: Badezimmertür schon jetzt geschlossen halten
  4. Den geschlossenen Topf direkt zur Badewanne tragen. Erst dort den Deckel öffnen und den Nadelsud über einem Sieb ins Badewasser gießen. Warum? Sobald der Topf geöffnet ist, gehen die ätherischen Öle in die Raumluft
  5. Optional: Natron hinzufügen: Mit 100 g Natron im Badewasser wird daraus ein basisches Badevergnügen
  6. Ca. 15-20 Minuten baden – bei ätherischen Ölen ist weniger oft mehr
    Höre auf Deinen Körper und steige aus, wenn Du Dich benommen fühlst

Ritual-Tipp: Setz eine klare Intention: Was soll sich lösen? Was darf gestärkt werden?

Tipp 2: Räuchern im Januar – Übergänge würdigen

Während im Dezember oft „gereinigt“ wird, hat das Räuchern im Januar eine andere Qualität: Integration statt Loslassen.

Getrocknete Nadeln eignen sich gut für:

  • Klärung von Räumen
  • Übergangsphasen
  • bewusste Neuausrichtung

Der Duft ist klar, waldig und erdet.

So räucherst Du mit Nadeln:

  1. Nadeln vollständig trocknen lassen (mehrere Tage an der Luft)
  2. Kleine Menge auf Räucherkohle oder im Räucherstövchen
  3. Fenster öffnen für Luftzirkulation
  4. Raum bewusst durchgehen

Tipp 3: Nadeln gegen Schnecken im Garten

Getrocknete Tannen- oder Fichtennadeln können im Frühling als mechanische Barriere um Beete gestreut werden – die piksende Struktur mögen Schnecken nicht besonders. Noch wirkungsvoller wird’s mit Holzasche vom Weihnachtsbaum gemischt: Sie wirkt austrocknend und hält viele (aber nicht alle!) Schnecken fern.

Anwendung für natürliche Schnecken-Abwehr:

  • Nadeln vollständig trocknen lassen
  • Als Ring um gefährdete Pflanzen streuen
  • Nach Regen erneuern
  • Optional mit Holzasche mischen (Vorsicht: kann den Boden versalzen bei zu viel Regen)

✅ Praktische Tipps: Nadeln trocknen & lagern

Nadeln trocknen:

  • Nadeln von den Zweigen streifen
  • Auf einem Tuch oder Gitter ausbreiten
  • An einem luftigen, schattigen Ort trocknen lassen
  • Nicht in der prallen Sonne (ätherische Öle gehen verloren)
  • Dauer: 3-7 Tage, je nach Luftfeuchtigkeit

Nadeln lagern:

  • Dunkel und in luftdichten Gläsern
  • Beschriften mit Datum und Baumart
  • Haltbarkeit: ca. 12 Monate

Frische Zweige sammeln: Gerade im Januar liegen viele gefällte Bäume im Wald. Mit Erlaubnis des Waldbesitzers kannst Du Dir dort frische Zweige holen – sie wirken intensiver.

Wichtig:

⚠️ Nur unbehandelte Bäume verwenden

Die meisten konventionellen Weihnachtsbäume wurden mit Pestiziden behandelt – diese sind NICHT für Heilanwendungen geeignet.

Woran erkenne ich einen Bio-Baum?

  • FSC-, Bioland-, Demeter- oder Naturland-Siegel
  • Kauf direkt beim Bio-Hof
  • Im Zweifel nachfragen

Alternative: Sammle frische Zweige aus dem Wald (mit Erlaubnis des Waldbesitzers). Gerade jetzt im Januar liegen so viele gefällte Bäume dort – da schadest Du niemandem, wenn Du Dir ein paar Zweige nimmst.

⚠️ Eibe ist giftig!

Nicht alle Nadelbäume sind ungiftig! Eibe (Taxus) ist in allen Teilen hochgiftig und darf niemals verwendet werden.

Im Zweifel: Baumart sicher bestimmen lassen oder ganz darauf verzichten.

⚠️ Nicht anwenden bei:

  • Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen (ätherische Öle können Anfälle auslösen)
  • Kindern unter 6 Jahren (Gefahr von Atemnot durch kampferartige Stoffe)
  • Schwangerschaft & Stillzeit (keine ausreichenden Daten)
  • bekannter Allergie gegen Nadelbäume oder Terpene

✅ Fazit: Der Weihnachtsbaum endet nicht am Dreikönigstag

Er verändert nur seine Rolle.

Vom Lichterträger
zum Heilpflanzen-Begleiter
zum Ritualbaum des Übergangs.

Und vielleicht auch zu einem stillen Verbündeten für Deinen Start ins neue Jahr. Der Baum zeigt uns jedes Jahr dasselbe:

  • Standhaftigkeit
  • Geduld
  • Verbindung zwischen Himmel & Erde

Vielleicht ist genau das seine eigentliche Aufgabe.

Impuls zum Nachdenken:

Was gibt mir inneren Halt, wenn außen alles wackelt?
Wo darf ich tiefer wurzeln im neuen Jahr?
Welche Qualität des immergrünen Baumes möchte ich mir zu eigen machen?

Ich wünsche Dir einen fantastischen, gesunden und energievollen Start ins neue Jahr!


ℹ️ Rechtlicher Hinweis:
Die hier beschriebenen Anwendungen basieren auf traditionellem Erfahrungswissen und ersetzen keine medizinische Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden konsultiere bitte eine Ärztin, einen Arzt oder Heilpraktiker*in.

Rauhnächte: Entdecke die geheime Kraft der magischen Winternächte

Wie du die 12 heiligen Nächte zwischen den Jahren für dich nutzt. Mit bewährter Räuchermischung, kraftvollen Ritualen und jahrhundertealtem Wissen

Der Dezember rauscht oft in einem Tempo an uns vorbei, das wir kaum zu Atem kommen.

Weihnachtsvorbereitungen, Geschenke, Termine, Feiern – und plötzlich stehen wir mittendrin in all den To-do-Listen, Lichtern und Erwartungen. Oft bleibt wenig Raum, um einmal wirklich durchzuatmen.

Genau deshalb berühren die Rauhnächte heute wieder so viele Menschen. Sie laden uns ein, für einen Moment aus dem Trubel auszusteigen und wieder bei uns selbst anzukommen.

Was sind die Rauhnächte?

Die Rauhnächte sind zwölf besondere Nächte zwischen dem Jahresende und dem neuen Jahr. Unsere Vorfahren kannten diese Zeit als Schwelle zwischen den Jahren, als Übergang, in dem Altes gehen und Neues Gestalt annehmen durfte.

Wann sind die Rauhnächte?

Es gibt verschiedene Traditionen, wie die Rauhnächte gezählt werden. Die bekannteste Zählung läuft vom 25. Dezember bis zum 6. Januar – jede dieser zwölf Nächte kann eine Qualität für einen der kommenden zwölf Monate tragen.

Die 12 Rauhnächte im Überblick:

  1. Rauhnacht: 24./25. Dezember (für Januar)
  1. Rauhnacht: 25./26. Dezember (für Februar)
  1. Rauhnacht: 26./27. Dezember (für März)
  1. Rauhnacht: 27./28. Dezember (für April)
  1. Rauhnacht: 28./29. Dezember (für Mai)
  1. Rauhnacht: 29./30. Dezember (für Juni)
  1. Rauhnacht: 30./31. Dezember (für Juli)
  1. Rauhnacht: 31.12./1. Januar (für August)
  1. Rauhnacht: 1./2. Januar (für September)
  1. Rauhnacht: 2./3. Januar (für Oktober)
  1. Rauhnacht: 3./4. Januar (für November)

  1. Rauhnacht: 5./6. Januar (für Dezember)

Hinweis: Andere Traditionen beginnen bereits am 21. Dezember (Wintersonnenwende) oder rechnen anders. Finde die Zählung, die sich für dich stimmig anfühlt.

Warum die Rauhnächte heute so wertvoll sind

In unserer schnelllebigen Zeit können die Rauhnächte uns helfen:

  • einen klaren Blick auf das eigene Jahr zu werfen
  • Kraft zu sammeln, bevor das Neue beginnt
  • kleine, achtsame Pausen im Alltag zu schaffen
  • der eigenen inneren Stimme wieder zuzuhören

Und das ganz ohne großen Aufwand.

Wie du die Rauhnächte nutzen kannst – einfach & alltagstauglich

Du brauchst keine umfangreichen Rituale. Schon wenige Minuten pro Tag können viel bewirken.

Tägliche Impulse für die Rauhnächte

Atemzug der Klarheit: Nimm dir jeden Abend einen Moment, um nach innen zu spüren. Ein bewusster Atemzug kann schon Klarheit bringen.

Ein Satz pro Tag: Notiere dir täglich einen einzigen Satz in einem Notizbuch: „Was wünsche ich mir für diesen Monat?“ oder „Was darf gehen?“ Ohne Druck, ohne Erwartung – lass Deine innere Stimme sprechen.

Räuchern: Nutze heimische Kräuter, um Ruhe und Klarheit zu unterstützen. Mehr dazu gleich im Detail.

Träume beachten: Manche Menschen achten besonders auf ihre Träume in diesen Nächten. Halte ein Notizbuch neben dem Bett bereit und schreib morgens auf, woran du dich erinnerst. Manchmal zeigen Träume unaufdringlich, was wichtig wird.

Naturmomente: Geh öfter für einen Moment vor die Tür. Spüre die Winterluft auf Deiner Haut, die Stille um dich herum. Frage dich: „Was darf im alten Jahr bleiben? Und welche Qualität wünsche ich mir für das Neue?“

Räucherworkshop

Aus der Kräuterwerkstatt: Dein eigenes Räucherwerk

Räuchern ist eine der ältesten Praktiken in den Rauhnächten. Der aufsteigende Rauch sollte das Alte mitnehmen und Raum für Neues schaffen. Heute kann uns Räuchern helfen, zur Ruhe zu kommen und die Atmosphäre zu klären.

Drei heimische Kräuter für die Rauhnächte

Salbei
Salbei kann reinigen und den Geist klären. Er unterstützt die Neustart-Energie dieser besonderen Zeit und hilft, wenn wir loslassen wollen, was uns nicht mehr dient.

Rosmarin
Rosmarin bringt innere Wärme und Fokus. Seine belebende Kraft hilft, wenn wir uns sammeln und ausrichten wollen. Er stärkt die Konzentration und kann neue Energie geben.

Fichtennadeln
Fichtennadeln erfrischen und lösen schwere Gedanken. Sie verbinden uns mit der Kraft der winterlichen Natur und bringen Klarheit in unseren Geist.

So bereitest du Deine Rauhnachts-Mischung zu

Zutaten:

  • 1 Teil getrockneter Salbei
  • 1 Teil getrockneter Rosmarin
  • 1 Teil getrocknete Fichtennadeln

Zubereitung:

  1. Schneide die getrockneten Kräuter mit einer Schere oder einem Messer klein
  2. Mische sie zu gleichen Teilen in einer Schale
  3. Bewahre die Mischung in einem luftdichten Glas auf

Anwendung: Gib eine kleine Menge der Mischung auf ein Räucherstövchen mit Teelicht oder auf glühende Räucherkohle. Lass die Kräuter langsam verglimmen. Ein klarer, reinigender Duft breitet sich aus.

Im Beitrag „Räuchersticks selbst herstellen“ zeige ich Dir, wie Du Deine eigenen Räuchersticks herstellen kannst mit wenigen Handgriffen und mit Kräutern aus Deinem Garten oder von der Fensterbank.

Räuchern mit Kohle: Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Räucherwerk entzünden
    Kohle komplett durchglühen lassen, bis eine graue Schicht entsteht.
  2. Kräuter auflegen
    Bei Bedarf Harze ergänzen.
  3. Durch die Räume gehen
    Beginne an der Eingangstür und bewege dich gegen den Uhrzeigersinn.
    Besondere Aufmerksamkeit in den Ecken.
  4. Positive Intention setzen
    Du kannst innerlich mitsprechen:„Ich reinige diesen Raum von allen negativen Energien und lade Frieden und Klarheit ein.“
  5. Rauch abziehen lassen
    Nach der Räucherung Fenster 10–20 Minuten offenlassen.

Wichtige Sicherheitshinweise beim Räuchern

Bitte beachte unbedingt:

  • Räuchere nur in gut belüfteten Räumen – während des Räuchern kannst Du das Fenster kippen. Nach dem Räuchern die Fenster weit öffnen.
  • Lass Räucherwerk niemals unbeaufsichtigt glühen (Brandgefahr!)
  • Verwende eine feuerfeste Unterlage
  • Halte brennbare Materialien (Vorhänge, Papier) fern
  • Nicht bei Schwangerschaft, Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen
  • Nicht in Räumen mit Kleinkindern oder Haustieren räuchern.

Selbst sammeln oder kaufen?

In milden Wintern lassen sich Rosmarin und Salbei noch frisch sammeln, Fichtennadeln kannst du das ganze Jahr über finden. Achte beim Sammeln auf Folgendes:

  • Sammle nur, was vital und gesund aussieht
  • Nimm nur kleine Mengen und lass der Pflanze genug
  • Trockne frisch gesammelte Kräuter vollständig, bevor du sie räucherst
  • Sammle mit Achtsamkeit und Dankbarkeit

Wenn das Sammeln nicht möglich ist, kannst du getrocknete Kräuter in guter Qualität kaufen.

Dein persönliches Rauhnachts-Ritual

Die Rauhnächte sind keine starre Regel. Finde Deinen eigenen Rhythmus. Hier ein Vorschlag, wie du eine Rauhnacht gestalten könntest:

Am Abend:

  1. Räume den Raum auf und öffne kurz das Fenster
  2. Zünde eine Kerze an und lass das Räucherwerk verglimmen
  3. Nimm dir 5-10 Minuten Zeit, um in Stille zu sitzen
  4. Stelle dir die Frage für diese Nacht (z.B. „Was darf im alten Jahr bleiben?“)
  5. Notiere Deine Gedanken in einem Notizbuch

Am Morgen:

  1. Schreib auf, woran du dich von Deinen Träumen erinnerst
  2. Lies, was du am Abend notiert hast
  3. Geh kurz vor die Tür und atme tief die Winterluft

Selbst eine einzige bewusste Nacht kann kostbar sein. Du musst nicht alle zwölf Nächte „perfekt“ gestalten.

Alte Bräuche und ihre Bedeutung

Warum „Rauhnächte“?
Es gibt unterschiedliche Theorien. Der Name könnte von „Rauch“ kommen (wegen des Räucherns) oder vom mittelhochdeutschen „ruch“ (rauh, haarig), was auf die wilde, ungezähmte Dämonen dieser Zeit hindeutet.

Frau Holle und der Holunder:
In manchen Traditionen galt der Holunder als Sitz der Hausgöttin Holla (später Frau Holle). In den Rauhnächten sollte sie besonders präsent sein und über Haus und Hof wachen.

Das Orakel der Nächte:
Traditionell glaubte man, dass jede der zwölf Nächte einen Hinweis auf den entsprechenden Monat des kommenden Jahres gibt. Das Wetter, Träume oder besondere Begegnungen wurden als Zeichen gedeutet.

Was die Rauhnächte nicht sind

Bei allem Zauber dieser Zeit: Die Rauhnächte sind keine Garantie für ein perfektes Jahr. Sie sind kein starres System, das du „richtig“ machen musst. Und sie ersetzen nicht die Verantwortung für Dein eigenes Handeln im neuen Jahr.

Die Rauhnächte können ein Werkzeug sein, um innezuhalten und Klarheit zu finden. Sie stärkt Deine Intuition, die Dich immer begleitet. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Warum die Rauhnächte mehr als nur 13 Wünsche sind.

Deine Fragen zu den Rauhnächten

Was, wenn ich eine Nacht vergesse?
Kein Problem. Selbst wenn du nur drei oder fünf Nächte bewusst gestaltest, kann das wertvoll sein.

Muss ich alle Rituale machen?
Nein. Wähle das aus, was sich für dich stimmig anfühlt. Manche Menschen räuchern nur, andere schreiben nur, wieder andere gehen nur spazieren.

Kann ich die Rauhnächte auch anders zählen?
Ja. Finde die Tradition, die zu dir passt. Es gibt keine „richtige“ Zählung.

Muss ich die Rauhnächte Nachts machen?
Nein, die Energie der Rauhnacht gilt für den ganzen Tag. Du kannst also auch morgens die Rituale durchführen.

Sollte geräuchert werden?
Nein, Du musst nicht Räuchern, wenn Du das nicht möchtest. Die Innenschau ist der Schlüssel zu Dir. Räuchern kann unterstützend wirken.

Zum Abschluss

Die Rauhnächte sind eine Einladung, nicht eine Verpflichtung. Sie schenken uns Raum, um das Jahr zu reflektieren und uns auf das Neue auszurichten – in unserem eigenen Tempo, auf unsere eigene Weise.

Vielleicht probierst du einfach eine oder zwei Nächte aus und schaust, was passiert. Manchmal braucht es nicht mehr als einen stillen Moment und einen bewussten Atemzug, um etwas in Bewegung zu bringen.

Ich wünsche dir wunderbare, friedliche Rauhnächte – ganz so, wie sie zu dir passen.

Hagebutte: Was Sie so wertvoll macht und warum sie in der Kräuterküche nicht fehlen darf.

Die Hagebutte. Vitaminbooster im Herbstglas.

Wenn die Blätter in Gold und Kupfer leuchten, wird die Hagebutte zur Königin der Hecken. Ihre roten Früchte glühen in der klaren Herbstluft wie kleine Laternen. Sinnbilder für das, was uns in der dunklen Jahreszeit trägt: Wärme, Kraft und Lebensfreude.

Pflanzenporträt: Die Hagebutte – Frucht der Hundsrose

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Fruchtzeit: September bis November
Vorkommen: An Hecken, Waldrändern und sonnigen Hängen

Die Hagebutte ist die Frucht der Hundsrose – einer urwüchsigen, widerstandsfähigen Wildpflanze. Ihre Wurzeln reichen tief in die Erde, ihre Zweige trotzen Wind und Frost. Sie steht für Anpassungsfähigkeit, Lebenskraft und die Fähigkeit, aus Dornen Schönheit hervorzubringen.

Die ovalen, roten Früchte entstehen aus den Blüten des Sommers und bleiben oft bis in den Winter am Strauch – eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und Insekten.

Hagebutten-Wirkung und Inhaltsstoffe

Die Hagebutte ist ein wahrer Vitaminpusch, weil in den kleinen roten Früchten bis zu viermal so viel Vitamin C enthalten ist als in einer Zitrone. Dazu kommen wertvolle Gerbstoffe, Flavonoide und Carotinoide.

Anwendungsgebiete

  • Immunsystem stärken – vorbeugend in der Erkältungszeit
  • Gelenke unterstützen – Hagebuttenpulver wirkt entzündungshemmend bei Arthrose
  • Blasenentzündungen lindern – durch sanfte Entwässerung
  • Haut regenerieren – Hagebuttenöl fördert Heilung und glättet

Tipp: Getrocknete Hagebuttenschalen ergeben einen fruchtig-säuerlichen Tee – ideal für Herbst und Winter.

Volksglaube & Symbolik

„Wenn die Hagebutten glüh’n, sollst du ins warme Stübchen zieh’n.“

Unsere Vorfahren sahen in der Hagebutte ein Sinnbild für Lebenskraft im Wandel. Nach dem Verblühen schenkt sie neue Fülle – und erinnert uns daran, dass aus jedem Ende ein Anfang entsteht.

Kinder bastelten Ketten oder kleine Kränze aus Hagebutten, Erwachsene trockneten die Früchte für den Wintertee. In manchen Regionen galt die Hagebutte sogar als Amulett gegen Erkältungen.

Rezept: Hagebutten-Oxymel

Ein Oxymel – auch Sauerhonig genannt – ist ein altbewährtes Hausmittel aus Honig, Essig und Heilpflanzen. Schon Hippokrates empfahl diese Mischung, um den Körper zu stärken und das Immunsystem zu aktivieren.

Zutaten

  • 200 g Blütenhonig
  • 100 ml Bio-Apfelessig
  • 100 g zerkleinerte Hagebutten

Zubereitung

  1. Hagebutten gründlich säubern und halbieren
  2. In ein Schraubglas geben und mit Essig übergießen
  3. Den Honig dazugeben und alles gut verrühren
  4. 2–3 Wochen an einem dunklen, kühlen Ort ziehen lassen, gelegentlich schütteln
  5. Auszug durchsieben, um die Stücke der Hagebutte zu entfernen
  6. In eine gereinigte Flasche füllen

Anwendung

Täglich 1 EL pur oder in einem Glas Wasser aufgelöst genießen – besonders in der Erkältungszeit ein kleiner Kraftschub.

Tipp:
Mit Mineralwasser gemischt wird das Hagebutten-Oxymel zu einem erfrischenden Tonikum mit sanft-säuerlicher Note.

Räuchern mit Hagebutten

Getrocknete Hagebuttenschalen lassen sich auch räuchern. Ihr Duft ist mild, warm und leicht fruchtig. In Kombination mit Wacholder oder Fichtennadeln entsteht eine Mischung, die Herzenswärme und Geborgenheit in dunkle Wintertage bringt.

Bärlauch-Samen sammeln und verarbeiten

Bärlauch-Samen? Bei Bärlauch denken viele Menschen an die feinen, frischen Blätter im zeitigen Frühjahr ab Februar. Doch weit gefehlt. Selbst im Juni ist der Bärlauch noch eine richtige Delikatesse.

Nach der Blütezeit folgt die Samen-Zeit. Die grünen Früchte des Bärlauchs kommen nun zum Vorschein. Der Geschmack des Bärlauch-Samen erinnert an kleine frische Zwiebeln und ist leicht scharf wie Knoblauch.

Nachhaltiges Sammeln von Bärlauch-Samen

Bei unseren Kräuterwanderungen erleben wir immer wieder, wie faszinierend der Kreislauf der Natur ist. Der Bärlauch schenkt uns nicht nur seine würzigen Blätter im Frühjahr, sondern später auch seine Samen für die nächste Generation.

Damit Du beim Sammeln der Bärlauch-Samen alles richtig machst, haben wir ein kurzes Video für Dich vorbereitet. Darin zeigen wir Dir, wie Du die Samen achtsam und naturverträglich ernten kannst.

Wichtige Hinweise für das Sammeln

Denke beim Sammeln der Bärlauch-Samen immer daran:

  • Nimm nur so viele Samen mit, wie Du wirklich brauchst
  • Lasse genügend Samen für die natürliche Vermehrung übrig
  • Bewege Dich achtsam durch die Natur
  • Hinterlasse keine Spuren Deiner Sammelaktion

Das oberste Gebot beim Wildkräuter sammeln ist: Nach Deinem Besuch sollte niemand erkennen können, dass Du überhaupt da warst. Diese respektvolle Herangehensweise sichert nicht nur das Fortbestehen des Bärlauchs, sondern erhält auch anderen Naturfreunden die Freude an dieser wunderbaren Heilpflanze.

Die Bärlauch-Samen sind auf viele Arten eine Delikatesse:

  • Frisch über knackigem Salat
  • Gedünstet zu Gemüse
  • Eingelegt in Öl – damit man lange genießen kann.

Interessierst Du Dich für weitere Aspekte rund um den Bärlauch? Dann besuche doch eine unserer Bärlauchführungen im Frühjahr. Wir freuen uns auf Dich!

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