Kräuterübersicht April 2022

Herzlich Willkommen auf der Kräuterübersicht. Ich hoffe, Du bist von der wilden Welt der Kräuter begeistert. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Wiederholen der Frühlings-Kräuter.

Überblick der Kräuter

Baldrian

Baldrian

Im Frühjahr können die jungen Blätter als Gewürz verwendet werden. Im Sommer die Knospen und die Blüten und im Herbst die Wurzel.

Baldrian macht ruhig und gelassen und verhilft gleichzeitig zur Konzentration. Da er nicht nicht müde macht, kann er sehr gut bei Prüfungsangst eingesetzt werden.

Weitere Einsatzgebiete des Baldrians sind zum Beispiel bei Nervosität, Schlaflosigkeit und vielen psychosomatisch bedingten Krankheiten (z.B. Magengeschwür oder – krämpfe). Weiterhin kann der Baldrian auch bei Herzbeschwerden und Bluthochdruck eingesetzt werden.

Die größte Konzentration der heilenden Wirkung steckt vor allem in der Wurzel, die auch den „typischen“ Baldrian-Geruch verströmt.


Brennnessel

Die Brennnessel unterstützt unsere Gesundheit auf vielfältige Weise wie zum Beispiel: Förderung des Stoffwechsels, wasser- und harntreibend, verdauungsfördernd, blutbildend, entschlackend z. B. bei Schuppen, Rheuma, Gicht, Blasen- und Nierenleiden.

Heilwirkung bei Energiemangel und Müdigkeit: Die Brennnessel ist ein Stärkungsmittel und eignet sich daher für alle, die sich müde und ausgelaugt fühlen. Für diesen Zweck nimmt man die Brennnesselsamen ein. Sie steigern die Vitalität und die Potenz. Gründe für diese vitalisierende Wirkung gibt es viele. Zunächst ist da der Vital- und Mineralstoffreichtum der Samen. Dazu kommen die stark antioxidativen und auch leberschützende Fähigkeiten der Brennnesselsamen.

Die Brennnessel gehört zu den Männer-Heilpflanzen. So soll sie zum Beispiel bei Prostataleiden sehr wirkungsvoll sein, weil sie in der Wurzel Steroide enthält, die das Wachstum von Prostatazellen hemmen sollen. Bei Prostata-Vergrößerung erleichtert sie das Wasserlassen. Sie soll auch verhindern, das Testosteron in Östrogene umgewandelt werden.

Tipp: als Tee (jungen Blätter), Spinat, Pesto, Smoothies oder als Pflanzendünger

Die Brennnessel ist die Pflanze des Jahres 2022. Hier kannst Du weiter in die Tiefe der Brennnessel eintauchen.


Gänseblümchen

Das Gänseblümchen ist schon seit hunderten von Jahren ein beliebtes Heilkraut. Man kennt es schon lange aufgrund seiner wundheilenden und entzündungshemmenden Eigenschaften, zudem festigt es das Bindegewebe. Auch heute noch wird das Gänseblümchen als die kleine Schwester der Arnika bezeichnet.

Die feinen Blätter und die Blüten kann man zum Beispiel zu einem Brei gegen Insektenstiche, Wunden und Prellungen verarbeiten. Gegen Insektenstiche helfen zudem zerriebene Blätter des Gänseblümchens, die man auf die Einstichstelle liegt. Dies lässt die Einstiche abschwellen, zudem wird der Juckreiz gelindert.

In der Volksmedizin behandelt man mit den entwässernden und schweißtreibend wirkenden Blättern und Blüten Hautunreinheiten, Erkältungen, Husten, Magen- und Gallenbeschwerden. Man kann  diese Abkochung auch für Umschläge oder Waschungen nehmen. Besonders für trockene Haut hat es eine reizmindernde und beruhigende Wirkung und bereichert Cremes und Aufgüsse.


Erkennungsmerkmal Giersch-Blatt

Giersch

„Gichtmittel“, beruhigend, entwässernd, entzündungshemmend, harnsäurelösend, harntreibend, verdauungsanregend

z. B. bei Rheuma, Gicht, Arthritis

Giersch ist als hartnäckiges Unkraut verschrien. Wenn man ihn als gesundes Gemüse betrachtet und die jungen Blätter immer erntet, muss man sich nicht mehr über seine Wuchskräftigkeit ärgern …

Tipp: Erkennbar am dreieckigen Stil


Gundermann

Äußerlich kann der Gundermann für schlecht heilende Wunden, vor allem bei Eiter (= altdeutsch Gund) verwendet werden. Dazu kann man das Pflanzenöl, Kompressen oder Salben verwenden.

Innerlich dient er der Anregung der Stoffwechsels und hilft bei langwierigen Krankheiten. Auch hier besteht der Bezug zum Eiter.

So hilft er bei chronischer Bronchitis, chronischem Schnupfen, Blasen- und Nierenkrankheiten. Hierfür eignet sich eine Tinktur.


Spitzwegerich

Spitzwegerich

Mit dem Spitzwegerich steht uns eine Heilpflanze zur Verfügung, auf die wir in der Natur häufig stoßen. Bei einem Ausflug ins Grüne kann die Pflanze helfen, das Jucken oder die Schwellung von einem Mückenstich zu lindern.

Dazu nimmt man ein Blatt des Spitzwegerichs und quetscht in leicht, damit der Pflanzensaft austritt. Das Blatt kann dann auf die Haut gelegt werden oder man reibt den Saft auf die juckende Stelle.

Weiter Heilwirkungen:

Verletzungen, Hautentzündungen, Verbrennungen, Schwellungen, Stiche, Magenschleimhautentzündung, Reizdarm, Entzündungen im Mund und Rachen

Tipp: Hilft gegen „Verschleimung“ durch Milchprodukte. Einfach in den Frischkäse oder Quark schneiden


Labkraut

Das Labkraut enthält Kieselerde, es regt die Niere an, weckt die Lebensgeister und dient zur Entschlackung. Gut bei bei Hautproblemen dank der Kieselerde. Es ist ein hervorragendes Kraut im Salat

Tipp: Kaltauszug: Blüten sammeln, mit kaltem Wasser bedecken und über Nacht stehen lassen. Herrliche Erfrischung im Sommer. Nach Belieben Minze und eine Scheibe Zitrone mit in den Kaltauszug nehmen.


Knoblauchrauke

Die Knoblauchrauke in der Volksheilkunde: antibakteriell, schweißtreibend, z. B. bei Asthma, Bronchitis, Husten, Wunden,

Tipp: schmeckt leicht nach Knoblauch und im Vorfrühling zeigt die Knoblauchrauke bereits ihre jungen, zarten Blätter. In der Küche eine tolle Alternative zum Bärlauch.

Wer es scharf mag, sollte die grünen Samenschoten probieren, die man ein paar Wochen nach der Blüte ernten kann. Sie schmecken wie eine Mischung aus Kresse und Peperoni und machen in Öl eingelegt, dieses zu einem echten Scharfmacher für Salate oder Fleisch.

Die schwarzen ausgereiften Samen sind nicht minder scharf, in der Pfeffermühle sind sie als „Wilder Pfeffer“ ein lohnenswertes Gewürz. Man kann auch Senf aus ihnen herstellen oder sie im nächsten Winter als vitaminreiche Sprossen keimen lassen.

Wilder Pfeffer von der Knoblauchrauke sammeln.

Löwenzahn

Der Löwenzahn ist eine alte und gerne genutzte Pflanze in der Volksmedizin. Sie ist ein mildes Mittel zur Steigerung der Gallensekretion. Die ganze Pflanze einschließlich der Wurzel wirkt harntreibend und ist außerdem hilfreich bei Leberbeschwerden, Gicht und rheumatischen Erkrankungen.

Volksmedizinisch auch als Blutreinigungsmittel, bei Verdauungsbeschwerden und als leichtes Abführmittel.

Äußerlich wird sie bei Ekzemen und anderen Hauterkrankungen angewendet. Der milchige Saft kann gegen Warzen eingesetzt werden, sollte aber nicht in die Augen gelangen.


Persischer Ehrenpreis

Persischer Ehrenpreis

Sein Volksname Allerweltsheil deutet auf seine Vielseitigkeit in der Volksheilkunde hin

Er gilt als allgemeines Stärkungsmittel, hilft gegen Appetitlosigkeit und Müdigkeit sowie zur Unterstützung von Galle und Leber.

Weitere Heilwirkung des Ehrenpreis:

  • Bei Hautbeschwerden und Entzündungen
  • Hustenlindernd (getrocknet zu Hustentee hinzumischen)
  • Unterstützt die Blase

Es wird empfohlen, den persischen Ehrenpreis sowohl innerlich als auch äußerlich zu verwenden entweder als Tinktur oder Tee.

Verwendung in der Küche

Blätter und Triebspitzen: Sie eigenen sich in kleinen Mengen als Salatbeigabe oder als Beigabe für Kräutersaucen und Suppen. Getrocknet kann das Kraut als Beigabe für Wildkräutermischungen und Wildkräutersalz genutzt werden.

Blütenknospen & Blüten: Sie können als essbare Dekoration für vielerlei Gerichte genutzt werden. Die Blüten behalten auch getrocknet ihre schöne Farbe.


Rezepte

Anti-Juck-Salbe

Schritt 1.1: Spitzwegerich‐Ölauszug herstellen „langsam“

  • Blätter klein schneiden und in Schraubglas geben
  • Mit Olivenöl aufgießen, sodass alle Blätter bedeckt sind
  • 2‐3 Wochen bei Zimmertemperatur ziehen lassen – regelmäßig schütteln
  • Abseihen

Schritt 1.2: Spitzwegerich‐Ölauszug herstellen „schnell“

  • Blätter klein schneiden und Öl darauf gießen
  • In einem Topf erhitzen
  • Öl nicht zu heiß werden lassen, nur simmern, nicht kochen
  • Auf kleiner Stufe die Blätter im Öl für 15 Minuten „ausziehen“ lassen
  • Abkühlen lassen und nochmals 15 Minuten simmern lassen
  • Blätter abseihen

Schritt 2:

  • Fertigen Ölauszug mit Bienenwachs zusammen geben (Faustregel auf 10 g Ölauszug 1 g Bienenwachs)
  • Im Wasserbad erhitzen bis Wachs schmilzt
  • Mit Holz‐Stäbchen verrühren (Stäbchen vom Stileis eigenen sich super)
  • Konsistenz testen: Dazu ein Tropfen auf einem Teller kalt werden lassen
    • Salbe zu fest: Öl hinzu geben
    • Salbe zu weich: Bienenwachs hinzu geben
  • Wenn alles passt in gereinigte Gläschen bzw. leere Lippenstift‐Hülse geben.
  • Wichtig: beschriften und kühl aufbewahren, Salbe ist mehrere Monate haltbar.

Wiesenkonfekt

Frische Blättchen vom Gundermann vollständig mit geschmolzener Zartbitter-Schokolade einstreichen und abkühlen lassen. Kann man als leckere Nascherei zwischendurch genießen oder als Verzierung auf verschiedensten Desserts.

Der Geschmack des Gundermanns ähnelt zusammen mit der Schokolade nach Minze.

Löwenzahn-Kaffee (Zichorienwurzelersatz)

Aus den Wurzeln des Löwenzahns kann ein Kräuterkaffee hergestellt werden. Dazu werden die Wurzelstücke klein gewürfelt und getrocknet. In einer Pfanne oder auf dem Backblech werden sie vorsichtig unter Umrühren geröstet und anschließend in einer Kaffeemühle fein gemahlen. Nimm auf eine Tasse Wasser 1 TL dieses Pulver und koche es kurz auf. Nur kurz ziehen lassen. Am besten schmeckt der Kaffee mit Milch, Zimt und Honig.

Hinweis

Sämtliche Beschreibungen/Anleitungen und Hinweise zum Gebrauch, Verarbeitung, Wirkung und sonstigen Verwendungsmöglichkeiten von Pflanzen(teilen) bzw. Kräutern oder deren Präparaten (z.B. Drogen, Tinkturen, Cremes, Salben, etc.) dienen lediglich Informationszwecken. Bei gesundheitlichen Beschwerden und/oder dem in Erwägung ziehen einer Selbstmedikation, unbedingt vorher einen fachkundigen Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen und entsprechend untersuchen und beraten lassen!

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