Herzlich Willkommen auf der Kräuterübersicht. Ich hoffe, Du bist von der wilden Welt der Kräuter begeistert. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Wiederholen der Frühlings-Kräuter.
Überblick der Kräuter

Bärlauch
Wegen seiner knoblauchähnlichen Substanzen wirkt der Bärlauch entsprechend wie der Knoblauch. Er reinigt die Blutgefäße und wirkt dadurch gegen Arteriosklerose. Infolgedessen kann der Bärlauch gegen Schlaganfall und Herzinfarkt vorbeugen.
Auch gegen alltäglichere Folgen der Arteriosklerose kann der Bärlauch helfen, sei es Bluthochdruck, kalte Füße oder Hände, schlechte Hautheilung durch Mangeldurchblutung, Kopfschmerzneigung, Schwindel, manche Gedächtnisstörungen, Schmerzen beim Gehen oder Leistungsschwäche.
Außerdem wirkt der Bärlauch stärkend auf den Stoffwechsel und die Verdauung. Man kann ihn auch gegen Frühjahrsmüdigkeit anwenden.
Im Video zeige ich die Unterschiede.

Brennnessel
Die Brennnessel unterstützt unsere Gesundheit auf vielfältige Weise wie zum Beispiel: Förderung des Stoffwechsels, wasser- und harntreibend, verdauungsfördernd, blutbildend, entschlackend z. B. bei Schuppen, Rheuma, Gicht, Blasen- und Nierenleiden.
Heilwirkung bei Energiemangel und Müdigkeit: Die Brennnessel ist ein Stärkungsmittel und eignet sich daher für alle, die sich müde und ausgelaugt fühlen. Für diesen Zweck nimmt man die Brennnesselsamen ein. Sie steigern die Vitalität und die Potenz. Gründe für diese vitalisierende Wirkung gibt es viele. Zunächst ist da der Vital- und Mineralstoffreichtum der Samen. Dazu kommen die stark antioxidativen und auch leberschützende Fähigkeiten der Brennnesselsamen.
Die Brennnessel gehört zu den Männer-Heilpflanzen. So soll sie zum Beispiel bei Prostataleiden sehr wirkungsvoll sein, weil sie in der Wurzel Steroide enthält, die das Wachstum von Prostatazellen hemmen sollen. Bei Prostata-Vergrößerung erleichtert sie das Wasserlassen. Sie soll auch verhindern, das Testosteron in Östrogene umgewandelt werden.
Tipp: als Tee (jungen Blätter), Spinat, Pesto, Smoothies oder als Pflanzendünger

Gänseblümchen
Das Gänseblümchen ist schon seit hunderten von Jahren ein beliebtes Heilkraut. Man kennt es schon lange aufgrund seiner wundheilenden und entzündungshemmenden Eigenschaften, zudem festigt es das Bindegewebe. Auch heute noch wird das Gänseblümchen als die kleine Schwester der Arnika bezeichnet.
Die feinen Blätter und die Blüten kann man zum Beispiel zu einem Brei gegen Insektenstiche, Wunden und Prellungen verarbeiten. Gegen Insektenstiche helfen zudem zerriebene Blätter des Gänseblümchens, die man auf die Einstichstelle liegt. Dies lässt die Einstiche abschwellen, zudem wird der Juckreiz gelindert.
In der Volksmedizin behandelt man mit den entwässernden und schweißtreibend wirkenden Blättern und Blüten Hautunreinheiten, Erkältungen, Husten, Magen- und Gallenbeschwerden. Man kann diese Abkochung auch für Umschläge oder Waschungen nehmen. Besonders für trockene Haut hat es eine reizmindernde und beruhigende Wirkung und bereichert Cremes und Aufgüsse.

Gundermann
Äußerlich kann der Gundermann für schlecht heilende Wunden, vor allem bei Eiter (= altdeutsch Gund) verwendet werden. Dazu kann man das Pflanzenöl, Kompressen oder Salben verwenden.
Innerlich dient er der Anregung der Stoffwechsels und hilft bei langwierigen Krankheiten. Auch hier besteht der Bezug zum Eiter.
So hilft er bei chronischer Bronchitis, chronischem Schnupfen, Blasen- und Nierenkrankheiten. Hierfür eignet sich eine Tinktur.

Hasel
Die männlichen, gelblichen Blüten sind im Vorfrühling einer der ersten Nahrungsquellen für Insekten. Deshalb rate ich, nicht zu viel von den Blüten zu sammeln!
Die Haselkätzchen eignen sich neben einem Wald- und Wiesen-Snack auch als wärmender Tee bei Erkältungen. Dazu die männlichen Blüten bei trockenem Wetter sammeln und trocknen. Bei Bedarf den Tee mit einem Esslöffel der Blüten mit heißem Wasser übergießen. 10 Minuten ziehen lassen und in aller Ruhe genießen.
Übrigens bilden sich aus der rötlich weiblichen Blüte die leckere Haselnuss. Die männlichen Blüten fallen nach der Bestäubung ab.

Labkraut
Das Labkraut enthält Kieselerde, es regt die Niere an, weckt die Lebensgeister und dient zur Entschlackung. Gut bei bei Hautproblemen dank der Kieselerde. Es ist ein hervorragendes Kraut im Salat
Tipp: Kaltauszug: Blüten sammeln, mit kaltem Wasser bedecken und über Nacht stehen lassen. Herrliche Erfrischung im Sommer. Nach Belieben Minze und eine Scheibe Zitrone mit in den Kaltauszug nehmen.

Knoblauchrauke
Die Knoblauchrauke in der Volksheilkunde: antibakteriell, schweißtreibend, z. B. bei Asthma, Bronchitis, Husten, Wunden,
Tipp: schmeckt leicht nach Knoblauch und im Vorfrühling zeigt die Knoblauchrauke bereits ihre jungen, zarten Blätter. In der Küche eine tolle Alternative zum Bärlauch.
Wer es scharf mag, sollte die grünen Samenschoten probieren, die man ein paar Wochen nach der Blüte ernten kann. Sie schmecken wie eine Mischung aus Kresse und Peperoni und machen in Öl eingelegt, dieses zu einem echten Scharfmacher für Salate oder Fleisch.
Die schwarzen ausgereiften Samen sind nicht minder scharf, in der Pfeffermühle sind sie als „Wilder Pfeffer“ ein lohnenswertes Gewürz. Man kann auch Senf aus ihnen herstellen oder sie im nächsten Winter als vitaminreiche Sprossen keimen lassen.

Löwenzahn
Der Löwenzahn ist eine alte und gerne genutzte Pflanze in der Volksmedizin. Sie ist ein mildes Mittel zur Steigerung der Gallensekretion. Die ganze Pflanze einschließlich der Wurzel wirkt harntreibend und ist außerdem hilfreich bei Leberbeschwerden, Gicht und rheumatischen Erkrankungen.
Volksmedizinisch auch als Blutreinigungsmittel, bei Verdauungsbeschwerden und als leichtes Abführmittel.
Äußerlich wird sie bei Ekzemen und anderen Hauterkrankungen angewendet. Der milchige Saft kann gegen Warzen eingesetzt werden, sollte aber nicht in die Augen gelangen.

Schaumkraut, Behaart
Das Behaarte Schaumkraut schmeckt ähnlich wie Kresse, leicht scharf dank der enthaltenen Senfölglycoside. Daneben ist das Kraut noch reich an Bitterstoffe, Vitamin C und Mineralstoffe, wie Eisen und Kalzium.
Die Senföle wirken antibakteriell und anregend auf Leber, Galle und Nieren. Besonders lecker schmeckt das Schaumkraut im Salat oder einfach nur auf einem Butterbrot.

Scharbockskraut
Sein deutscher Name leitet sich von Scharbock = Skorbut ab. Das „Skorbut-Kraut“ enthält viel Vitamin C und wirkt so gegen Frühjahrmüdigkeit.
Wichtig: nicht mehr nach der Blüte sammeln, weil sich dann Giftstoffe bilden (Alkaloid-Gehalt steigt)
Scharbockskraut-Blätter können im Wildpflanzensalat in kleinen Mengen gegessen werden. Da sie viel Vitamin-C enthalten, helfen sie gegen Vitamin-C Mangelerscheinungen und Frühjahrsmüdigkeit.
Der Geschmack der Blätter ist würzig, scharf und etwas herb, was sie zu einer guten Würze im Wildkräutersalat macht. Man kann die kleingehackten Blätter auch auf Brot oder im Kräuterquark verwenden.
Rezepte
Bärlauch Würzpaste
50 g frischer Bärlauch, 50 g Olivenöl, 30 g Distelöl, 1/2 TL Salz
Zubereitung und Anwendung:
Gewaschenen Bärlauch abtrocknen, klein schneiden und mit allen anderen Zutaten im Mixer zerkleinern, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Die Paste hält sich mehrere Monate im Kühlschrank.
Die Paste eignet sich pur zum Würzen von Salatdressings, Gemüse, Fleischgerichte oder für die Kräuterbutter in der Grillzeit. Mit Nüssen und Parmesan kann man die Paste zu Pesto weiter verarbeiten. Das Pesto kann man so immer wieder frisch herstellen, da sich dieses nicht sehr lange hält.
Wiesenkonfekt
Frische Blättchen vom Gundermann vollständig mit geschmolzener Zartbitter-Schokolade einstreichen und abkühlen lassen. Kann man als leckere Nascherei zwischendurch genießen oder als Verzierung auf verschiedensten Desserts.
Der Geschmack des Gundermanns ähnelt zusammen mit der Schokolade nach Minze.
Löwenzahn-Kaffee (Zichorienwurzelersatz)
Aus den Wurzeln des Löwenzahns kann ein Kräuterkaffee hergestellt werden. Dazu werden die Wurzelstücke klein gewürfelt und getrocknet. In einer Pfanne oder auf dem Backblech werden sie vorsichtig unter Umrühren geröstet und anschließend in einer Kaffeemühle fein gemahlen. Nimm auf eine Tasse Wasser 1 TL dieses Pulver und koche es kurz auf. Nur kurz ziehen lassen. Am besten schmeckt der Kaffee mit Milch, Zimt und Honig.
Hinweis
Sämtliche Beschreibungen/Anleitungen und Hinweise zum Gebrauch, Verarbeitung, Wirkung und sonstigen Verwendungsmöglichkeiten von Pflanzen(teilen) bzw. Kräutern oder deren Präparaten (z.B. Drogen, Tinkturen, Cremes, Salben, etc.) dienen lediglich Informationszwecken. Bei gesundheitlichen Beschwerden und/oder dem in Erwägung ziehen einer Selbstmedikation, unbedingt vorher einen fachkundigen Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen und entsprechend untersuchen und beraten lassen!
